Die Luzerner Allianz für Lebensqualität" kämpft mit drei Volksinitiativen für mehr Lebensqualität im Kanton Luzern. Eine breite Allianz von rund 40 Organisationen beschränkt sich damit nicht nur auf den Protest mit der grossen Kundgebungauf dem Kornmarkt gegen die geplanten Abbaumassnahmen im Service Public. Die drei Volksinitiativen in den Bereichen öffentlicher Verkehr, Gesundheit und Bildung bringen dem Kanton wieder mehr Lebensqualität, während die Regierung sich auf Erbsenzählen und Schulschliessungen konzentriert. Die Initiativen verlangen eine flächendeckende und qualitativ hochstehende Versorgung der Kantonsbevölkerung mit öV, Spitälern und Bildung zu zahlbaren Preisen. Dies ist für das Funktionieren unserer Gesellschaft notwendig und so macht sich in der Allianz das Spitalpersonal für eine gute Bildung und Lehrpersonen für einen ausgebauten öV stark.


Vorwärts mit dem öffentlichen Verkehr
"Mit den Initiativen geht die Allianz vom defensiven Protest zur aktiven Gestaltung über," sagt David Roth, Präsident der SP Kanton Luzern. "Mit den drei Initiativen werden wieder die Leistungen und nicht nur fehlende Finanzen in den Mittelpunkt der Debatte gestellt." Dass diese Leistungen von der Bevölkerung gewünscht werden, zeigt beispielsweise der massive Anstieg der Passagierzahlen im öV. Dieser Zuwachs konnte nur mit einem cleveren Aus- und Umbau des öV erreicht werden, vornehmlich finanziert durch Eigenmittel des Verkehrverbunds. Diese Eigenmittel sind nun aufgebraucht. "Statt einem Ausbau droht nun ein Abbau beim öffentlichen Verkehr," sagt Michael Töngi, Präsident des VCS Luzern. Die Volksinitiative "Vorwärts mit dem öffentlichen Verkehr" verlangt einen öV-Fonds in den jährlich 60 Millionen Franken eingezahlt werden - ähnlich wie bei den Mitteln für den Strassenbau, welche auch zweckgebunden sind. "Der Betrag von 60 Millionen Franken ist keine verkehrspolitische Träumerei, sondern garantiert lediglich den geplanten Ausbau," so Töngi.


Sichere Gesundheitsversorgung im ganzen Kanton
Die Volksinitiative "Für eine sichere Gesundheitsversorgung im ganzen Kanton Luzern" verlangt eine flächendeckende Spitalversorgung und genügend Fachpersonal zur Qualitätssicherung. "Damit die Versorgung auch für die Bevölkerung in ländlichen Regionen des Kantons gewährleistet ist, muss zwingend an den bisherigen drei Standorten festgehalten werden," sagt Martin Wyss, Geschäftsstellenleiter des vpod Luzern. Zudem soll der Kanton mittels eines Fachpersonalschlüssels (Skill- und Grademix) langfristige Qualitätsstandards für die Pflegeversorung festlegen. "Gut ausgebildetes Fachpersonal ist das Fundament für eine sichere Gesundheitsversorgung," so Wyss. Doch in den Spitälern herrsche akuter Fachkräftemangel.


Langfristige Bildungsqualität sichern
Mit der dritten Initiative "Für eine hohe Bildungsqualität im Kanton Luzern" soll auch im Bildungsbereich endlich wieder Verbindlichkeit und Planungssicherheit erreicht werden. "Bildung ist ein zu hohes Gut, um es kurzfristigen finanziellen Überlegungen auszusetzen," sagt Remo Herbst, Präsident des Verbands der Luzerner Mittelschullehrerinnen und Mittelschullehrer. "Grundlegende Errungenschaften dürfen nicht ständig wegen der Alltagspolitik in Frage gestellt werden," so Herbst. Die Initiative verlangt ein regional verankertes und breit abgestütztes Bildungsangebot im ganzen Kanton. Zur Förderung der Chancengleichheit der Lernenden soll auf der Sekundarstufe II auf Schuldgelder verzichtet werden. "Über 35 Verbände, Organisationen und Parteien aus verschiedensten Bereichen haben zusammengefunden, um der Abbau-Politik der Regierung und der bürgerlichen Parteien die Stirn zu bieten," sagt Katharina Meile, Präsidenin der Grünen Kanton Luzern. "Gemeinsam fordern wir Mindeststandards in der Leistungserbringung, Qualität und mehr Transparenz im Budget-Prozess.

27. Nov 2015