Die Krippenlandschaft ist in denvergangenen 15 Jahren seit der Einführung der Anschubfinanzierung durch denBund stark gewachsen. Auch im Kanton Luzern entstanden viele zusätzlicheBetreuungseinrichtungen. Da es sich bei der Bundesunterstützung aber nur umeine Anschubfinanzierung handelt, kämpfen alle Institutionen nach Eröffnung mitäusserst knappen finanziellen Ressourcen. Die Folge sind prekäreArbeitsbedingungen in den Kitas. Kantonsrat Urban Sager will deshalb vomRegierungsrat wissen, wie er die Situation einschätzt und was er fürMöglichkeiten der Verbesserung sieht.

Aufgrund der äusserst knappen finanziellen Ressourcen in den Kindertagesstätten werden Personen ohne Ausbildung, 14-jährige Praktikantinnen und Praktikanten oder Lernende mit Aufgaben betreut, für die sie keine entsprechende Qualifikation verfügen. Schweizweit verfügen rund die Hälfte aller Kita-Angestellten über keine adäquate Ausbildung. „Mitarbeitende ohne adäquate Ausbildung sind für Betriebe billige Arbeitskräfte, ihre Anstellung senkt Lohnsumme deutlich“, sagt Urban Sager, SP-Kantonsrat aus Luzern.

 

Qualität unter Druck

Die vielen unqualifizierten Angestellten haben direkte Auswirkungen auf die Qualität der Betreuung von Kindern. Der Personalbestand ist in den Kitas aufgrund der fehlenden finanziellen Ressourcen so knapp bemessen, dass die unausgebildeten Angestellten vor allem bei kurzfristigen Ausfällen des Fachpersonals Aufgaben übernehmen müssen, für die sie nicht qualifiziert sind. „Aufgrund der Unterfinanzierung kommt es nicht selten vor, dass Kinder in Kitas zeitweise von keiner dafür qualifizierten Person betreut werden. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, empört sich Sager.

 

Angestellte unter Druck

Als Folge der finanziellen Ressourcenknappheit stehen auch die ausgebildeten und festangestellten Kita-Mitarbeiterinnen unter hohem Druck: lange Arbeitszeiten, tiefe Löhne, wenige Weiterbildungsmöglichkeiten und eine mangelnde Karriereperspektive und das bei anstrengender und fordernder Beschäftigung. Folge davon ist eine hohe Personalfluktuation, was wiederum das Wohl der Kinder beeinträchtigt. Kinder sind in ihrer gesunden Entwicklung auf verlässliche, konstante und vertraute Bezugspersonen angewiesen. „Kinder brauchen in der Betreuung vertraute Bezugspersonen. Das ist gerade in der Schweiz mir ihrem kurzen Mutterschaftsurlaub besonders wichtig“, gibt Sager zu bedenken.

 

Regierung soll Stellung beziehen und Lösungen aufzeigen

Vor dem Hintergrund dieser problematischen Situation will Kantonsrat Sager nun wissen, wie der Regierungsrat die Situation einschätzt und was sie für Lösungsmöglichkeiten sieht.

 

 

Kontakt:                                 Urban Sager, Kantonsrat, 079 794 81 80

08. Nov 2019