Die SP begrüsst den im Planungsbericht über die sozialen Einrichtungen vorgesehenen Ausbau der Betreuungsplätze in allen Bereichen, vermisst aber eine grundlegende Gesamtschau im Bereich Kinder, Jugend und Familie. Die mit der Revision des Gesetzes über die sozialen Einrichtungen (SEG) geschaffene Möglichkeit ambulanter Leistungen für Menschen mit Behinderung ist ein wichtiger Schritt, der Kanton bleibt hier aber auf halbem Wege stehen. «Es braucht diese Angebote auch für Kinder mit Behinderung», fordert SP-Kantonsrat Michael Ledergerber und reichte diesbezüglich ein Postulat ein. Die SP wird sich aktiv in die Debatte um die Zukunft der sozialen Einrichtungen im Kanton Luzern einbringen.

Mehr innerkantonale Angebote nötig

Der neue Planungsbericht zeigt ausführlich auf, wie der Kanton den sozialen Herausforderungen begegnen will. Leider sind im Planungsbericht nur diejenigen Institutionen aufgenommen, die dem Gesetz über soziale Einrichtungen (SEG) unterstellt sind. Damit wird keine Gesamtübersicht über die - gerade im Bereich Kinder und Jugendliche – vielfältigen Angebote möglich. Eine Gesetzgebung speziell für Kinder, Jugend und Familie würde eine bessere Lenkung ermöglichen, ist SP-Kantonsrätin Pia Engler überzeugt. Wenn der Kanton nun neben den bewährten stationären Massnahmen vermehrt auf ambulante Familienhilfen setzen will, ist er aber auf dem richtigen Weg. «In einer sich individualisierenden Gesellschaft sind auch individuelle Problemlösungen gefragt» sagt SP-Kantonsrätin Pia Engler. In der Heimlandschaft sind jedoch Veränderungen notwendig, um dem Bedarf gerecht zu werden. «Dass man gerade in den sehr komplexen Problemsituationen noch stark auf ausserkantonale Angebote setzt, ist eine verpasste Chance», bedauert Pia Engler Die oft grossen Distanzen erschweren eine intensive Beziehungsarbeit zum untergebrachten Kind oder Jugendlichen durch die involvierten Fachpersonen und auch Eltern. «Doch gerade dies wäre in vielen schwierigen Situationen wichtig», sagt die Krienser Kantonsrätin.

Ambulante Angebote auch für Kinder mit Behinderungen

Die neue Möglichkeit, dass erwachsene Menschen mit Behinderung kantonale ambulante Leistungen beantragen können, ist ein wichtiges und ein richtiges Zeichen für ein selbstbestimmtes Leben. Wir bedauern, dass die ambulanten Angebote für Kinder mit Behinderung im Planungsbericht nicht aufgenommen wurden. Deshalb hat SP-Kantonsrat Michael Ledergerber an der letzten Session ein Postulat eingereicht, das diese neue Möglichkeit auch für Kinder mit Beeinträchtigung verlangt. Die Haltung der Teilhabe an der Gesellschaft von Anfang an, begrüsst die SP ausdrücklich. Individuelle Unterstützung, komplexe Betreuungsmassnahmen und veränderte Lebensumstände fordern in allen Bereichen eine durchlässige Angebotsentwicklung. Ob der Planungsbericht dieser Herausforderung standhalten kann, wird sich zeigen. Unabdingbar für die SP wird sein, dass die Massnahmen im Planungsbericht in der Finanzplanung des Kantons Luzern konsequent berücksichtigt werden.

 

Kontakt:

Pia Engler, Kantonsrätin, Mitglied GASK, 079 750 84 44

Michael Ledergerber, Kantonsrat SP, 079 290 64 38

30. Okt 2019